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Rechnergestützte Terminologieverwaltung

Lernvoraussetzungen:

  • Verständnis der allgemeinen Zusammenhänge in der Terminologielehre
  • Beherrschung der Grundbegriffe und Definitionen
  • Kenntnis der Geschichte der Terminologiearbeit
  • Überblick über die Abgrenzung von Begriff und Benennung
  • Beherrschung der Methoden zur Begriffsbestimmung und Definitionsbildung
  • Überblick über die Arten, Merkmale und graphische Darstellung von Begriffssystemen
  • Definition und Klassifizierung von terminologischen Datenkategorien
  • Überblick über die Eintragsstruktur und die Modellierung von terminologischen Einträgen

Lernziele der Kurseinheit:

  • Definition und Abgrenzung der rechnergestützten Terminologieverwaltung und ihrer Medien
  • Überblick über Werkzeuge der Terminologieverwaltung und Typen der Terminologieverwaltungssysteme
  • Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen der Terminologieverwaltung

Definition

Rechnergestützte Terminologieverwaltung: Erfassung, Speicherung und Wiedergewinnung von Terminologien (Fachwortschätzen) mit den Mitteln der elektronischen Datenverarbeitung

Traditionelle vs. rechnergestützte Medien

Zu den traditionellen Medien zählen (Fach-)Wörterbücher, Glossare, Wortlisten und Karteikarten. Diese Methoden haben folgende Nachteile: eine geringe Aktualität (Wörterbücher), ein mühsames Erfassen (Kartei). Sie verfügen über nur ein einziges Ordnungskriterium und eine eingeschränkte Suchmöglichkeit. Vorteilhaft hingegen sind der Preis, die Datensicherheit und das problemlose Einfügen aller Schriftarten, Zeichensätze, Abbildungen, Fotos usw.

Die rechnergestützte Terminologieverwaltung ermöglicht den Ersatz des Wörterbuchs durch den Zugriff auf existierende Terminologiebestände und den Ersatz des Karteikastens durch die Werkzeuge zur Verwaltung einer eigenen Terminologie.

Es besteht der Zugriff auf existierende Terminologiebestände:

Medium:

Typus:

Es existieren z. B. folgende Terminologiedatenbanken:

Kontrollpunkt

Nennen Sie die Vorteile, die eine rechnergestützte Terminologieverwaltung gegenüber einer traditionellen Terminologieverwaltung mit Wörterbuch und Karteikarten bietet.

Werkzeuge der Terminologieverwaltung

Hierzu zählen wir folgende Terminologieverwaltungssysteme (TVS):

Textverarbeitungssysteme dienen der Verwaltung der Terminologie als Text in eigenem Fenster und Zugang über „Suchen“, „Blättern“ und „Kopieren“ (z. B. MS-Word, WordPerfect, Excel); preiswert und flexibel, aber langsam. Es besteht keine Datenbankoperation.

Universelle Datenbanksysteme ermöglichen effiziente und konsistente Terminologieverwaltung mit einem schnellem Zugriff und vielfachen Strukturierungsmöglichkeiten (z. B. MS-Access, Informix, Oracle, dBase). Nachteilig sind eine feste Feld- und Satzlänge, komplexe Zugangsbefehle und schwierige Textsystemkommunikation.

Spezielle Terminologieverwaltungssoftware, die durch speicherresidente Architektur für die Nutzung durch den Übersetzer und für die Verwaltung sprachlicher Daten konzipiert wurde. Sie sind mit den meisten gängigen Textprogrammen zusammen benutzbar, verfügt jedoch über keine volle Datenbankleistung (z. B. MultiTerm, TermStar, CATS, Termbase, (Superlex, Profilex, Termex, TermPC, CAT)).

Kontrollpunkt

Zeigen Sie die Vorteile einer speziellen Terminologieverwaltungssoftware gegenüber den anderen rechnergestützten TVS auf. Nennen Sie Beispiele aus der Praxis.

Typen von Terminologieverwaltungssystemen

Wir unterscheiden die folgenden Terminologieverwaltungssystemtypen (TVS):

TVS mit definierter („fester“) Eintragsstruktur (Eintragsstruktur nicht oder nur geringfügig veränderbar)

TVS mit strukturierbarer Eintragsstruktur (keine oder nur geringfügige Restriktionen bei der Festlegung der Eintragsstruktur)

Rechnergestützte Terminologieverwaltung – die Zukunft

Das Angebot an existierenden Terminologiebeständen wird wachsen. Moderne Speicher- und Kommunikationsmedien werden preiswerter und gängiger. Terminologiedatenbanken werden sich hin zu Wissensdatenbanken entwickeln und damit einem größeren Kreis von Nutzern und Nutzergruppen zur Verfügung stehen.

Für den Übersetzer sind sowohl der Zugang zu existierenden Terminologiebeständen als auch die Werkzeuge für die Verwaltung der eigenen Terminologie notwendig; beide Ansätze sind stärker als bisher zu kombinieren.

Der Austausch terminologischer Datenbestände wird sich verbreiten; hierzu sind technische und inhaltliche Standards zu entwickeln und durchzusetzen (MARTIF, TBX).

Mehr Informationen über den Terminologieaustausch finden sie in Terminologiearbeit und Terminologierecherche.

Die Erarbeitung und die Weitergabe von Terminologie wird (wie z. B. Desktop-Publishing) zum Leistungsangebot von Übersetzungsbüros und freiberuflichen Übersetzern hinzukommen.


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Copyright © 2006 FH Köln (Prof. Dr. Klaus-Dirk Schmitz / Dipl.-Übers. (FH) Sonia Kaukonen)