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Einführung

Lernziele der Kurseinheit:

  • Erfassung der Ziele der Terminologiearbeit
  • Verständnis der Rolle der Terminologiearbeit für die Überwindung von Sprachbarrieren in der modernen Kommunikation
  • Differenzierung der Rolle der Terminologiearbeit in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens

In der heutigen Informationsgesellschaft schreiten die Globalisierung, die Kommunikation und der Handel auf internationalen Absatzmärkten in Europa und weltweit fort. Eine Lösung zur Überwindung der Sprach- und Kulturbarrieren ist gefordert.

Wege zur Überwindung der Sprachbarrieren

Die Voraussetzungen für eine klare und missverständnisfreie Kommunikation sind:

in der eigenen Sprache sowie in den Fremdsprachen.

Dies sind die Themenbereiche der Terminologiewissenschaft und der praktischen Terminologiearbeit.

Terminologie (Fachwortschatz): Gesamtheit der Begriffe und Benennungen in einem Fachgebiet (DIN 2342)

Terminologiearbeit beschäftigt sich mit der Erforschung von fachsprachlichen Vokabularen im Gegensatz zur Gemeinsprache. Das Ziel der Terminologiearbeit ist es, die Terminologie (Fachwortschatz) einzelner Fachgebiete in einer oder mehreren Sprachen zu sammeln, zu prüfen und bereitzustellen. Die Ergebnisse der Terminologiearbeit werden den Nutzern in terminologischen Datenbanken, Fachwortlisten, Glossaren und Fachwörterbüchern zur Verfügung gestellt.

Die Definitionen und Grundbegriffe werden detailliert in Grundbegriffe und Definitionen weiterdiskutiert.

Mehr Informationen über die Merkmale und Verwendung von Fach- und Gemeinsprache finden Sie in Fachsprache vs. Gemeinsprache.

Kontrollpunkt

Wie lautet die Definition des Begriffs Terminologie laut DIN?

Einsatz von Terminologiearbeit

Mit der Zunahme des Wissens in allen Bereichen ist auch der Umfang der Fachwortbestände gewachsen. Diese Fachwörter muss man kennen, will man fach(sprach)lich kommunizieren und Fachtexte verstehen. Das Fachwissen wird nur selten in einer Sprach- und Kulturgemeinschaft verbreitet (weltweite Märkte, WWW, gesetzliche Auflagen usw.).

Eine systematische Erstellung von Terminologien im Unternehmen erleichtert dort die allgemeinen Abläufe in vielen Bereichen (technische Dokumentation, (Fach-)Übersetzungswesen, Lokalisierung, Dolmetschen, (Fach-)Wörterbuchproduktion, Normung und Sprachplanung). Experten aus vielen Bereichen eines Unternehmens (z. B. eCat) sowie „linguistische“ Werkzeuge (z. B. MÜ, CM) gehören zu den aktiven Nutzern der Terminologiebestände.

Besonders wichtig ist die Wiederholbarkeit des Fachvokabulars in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens oder einer Organisation, z. B. Produktentwicklung, Dokumentation, Kundenberatung oder Marketing.

Qualitativ hochwertige Terminologiearbeit ist zeit- und kostenaufwendig. Je mehr Personen oder Anwendungen die Ergebnisse der Terminologiearbeit nutzen, desto eher rechnet sich der Aufwand. Eine rechtzeitig geplante und systematische Terminologiearbeit trägt zum effizienten Produkt-, Informations-, Entwicklungs- und Übersetzungsprozess bei. Schließlich wirkt sich eine systematische Terminologiearbeit positiv auf die Produkthaftung, die Kundenzufriedenheit, die Zeitdauer von der Produktentwicklung bis zur Platzierung des Produkts am Markt (Time to Market) usw. aus.

Folgende Aspekte der Terminologiearbeit sind in verschiedenen Bereichen unterschiedlich ausgeprägt:

Technische Dokumentation

In der technischen Kommunikation steigt der Bedarf an technischer Information und Dokumentation. Menge und Schwierigkeitsgrad von Fachtexten haben zugenommen, ebenso wie die Anforderungen an die technische Dokumentation (Gesetze, Normen, Kunden- und Unternehmenssprache). Deshalb müssen sich Experten der technischen Dokumentation mit der Terminologie vertraut machen.

(Fach-)Übersetzen

Wissenschaft und Technik haben in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen; daher kommt der fachbezogenen Kommunikation heute eine entscheidende Bedeutung zu. Mit der Zunahme des Wissens in allen Bereichen ist auch der Umfang der Fachwortbestände ständig gewachsen. Es ist wichtig, neue Fachwörter möglichst bald nach ihrer Entstehung zu erfassen, ihre exakte Bedeutung zu klären bzw. festzulegen und sie den Interessenten zugänglich zu machen. Die genannten Probleme treten bei der Kommunikation innerhalb einer Sprache auf; sie nehmen zwangsläufig zu, wenn die Beteiligten unterschiedliche Sprachen sprechen. Deswegen hat das Fachübersetzen an Bedeutung gewonnen.

Menge und Schwierigkeitsgrad der Fachtexte nehmen zu. Mit dieser Entwicklung können die fachsprachlichen Wörterbücher weder qualitativ noch quantitativ Schritt halten. Das Übersetzen eines Fachtextes ist nur dann möglich, wenn man über den Wortschatz des betreffenden Fachgebietes, d. h. seine Terminologie, verfügt. Der Übersetzer muss sich deshalb vor dem eigentlichen Übersetzen mit der Terminologie vertraut machen. Diese Vorarbeit kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Für den (Fach-)Übersetzer ist es daher unumgänglich, sich mit den Grundsätzen der Terminologielehre, den terminologischen Arbeitsmethoden und den Werkzeugen zur Verwaltung der Terminologie vertraut zu machen.

Software-Lokalisierung

Die Lokalisierung von Software umfasst meistens innovative Fachgebiete und Themen. Es handelt sich dabei um große Projekte und komplexe Projektteams. Vorteilhaft dabei ist eine durchgängige Terminologie bei allen Produkten. Man darf ebenso wenig die vorgeschriebene Terminologie (Umgebung, Gesetze und Richtlinien, Corporate Language) außer Acht lassen.

Kontrollpunkt

Wie wird Terminologiearbeit in den Bereichen technische Dokumentation, Fachübersetzen und Software-Lokalisierung eingesetzt?

Terminologie im weiteren Sinne

Terminologie kann folgende Formen annehmen:

Terminologie kann in folgenden Quellen enthalten sein:

Querverweis

Erforschen Sie den Aufbau einer Terminologiedatenbank an einem Praxisbeispiel (z. B. Eurodicautom, http://europa.eu/eurodicautom/ oder unter dem Deutschen Terminologie-Portal http://www.iim.fh-koeln.de/dtp/).


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Copyright © 2006 FH Köln (Prof. Dr. Klaus-Dirk Schmitz / Dipl.-Übers. (FH) Sonia Kaukonen)